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Die Geschichte der FF Klein-Bieberau / Webern |
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Klein-Bieberau hat ungefähr 390 Einwohner und liegt im Landkreis Darmstadt-Dieburg (Hessen), am Rande des Odenwaldes. Das 180 Einwohner zählende Webern liegt einen Kilometer von Klein-Bieberau entfernt. Ursprünglich waren beide Orte selbstständig, bis im Jahre 1959 der Gemeindeverbund Klein-Bieberau/Webern erfolgte. Beide Orte arbeiteten von nun an noch enger zusammen, was sich besonders auf dem Gebiet der Ortsvereine bemerkbar machte. So gab es seit jeher auch nur eine Feuerwehr, die für beide Ortsteile zuständig war und ist.
Die Ortslage von Klein-Bieberau In Klein-Bieberau/Webern existierte ursprünglich, wie vielerorts ebenfalls, eine Pflichtfeuerwehr. In einem Nebengebäude des alten Schulhauses in Klein-Bieberau war eine Feuerspritze untergebracht. Als weitere Ausrüstung standen ein Hydrantenwagen mit Schläuchen und Leiter sowie eine große Anzahl Feuereimer aus Segeltuch zur Verfügung. Mit den Feuereimern war ein besonderer Brauch verbunden: Jeder männliche Bürger, der heiraten wollte, musste vorher 5 Mark bezahlen, um "seinen" Feuereimer zu finanzieren. Erst dann war er ein vollwertiger Ortsbürger und hatte zudem Anspruch auf einen Festmeter Brennholz aus dem Gemeindewald. Während des 2. Weltkrieges wurde eine weitere Spritze beschafft, die bereits im Jahre 1943 zum Einsatz kam, als im Hottenbacher Hof, einem Gehöft außerhalb Klein-Bieberaus, vermutlich durch feindliche Flieger ein Großbrand verursacht wurde. Es fehlte an Männern, da diese fast alle im Krieg waren. Auch Löschwasser stand nicht zur Verfügung. Der Brand wurde schließlich von den Frauen des Dorfes mit Jauche gelöscht. Nur das Wohnhaus und ein Nebenbau konnten vor den Flammen bewahrt werden. Nach 1945 wurde der enge Seitenbau der Schule für die Unterbringung der Ausrüstung immer ungeeigneter, weshalb man den Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Angriff nahm. Im Jahre 1952 konnte es im Rohbau fertiggestellt und 1953 dann bezogen werden. Für damalige Zeiten wurde sehr großzügig geplant. Das Gerätehaus besaß zwei Stellplätze und war das modernste im ganzen Landkreis. Auch eine Modernisierung der Ausrüstung war dringend geboten, weshalb im September 1953 ein Tragkraftspritzenanhänger ( TSA ) mit einer Tragkraftspritze TS 8/8 von der Firma Ziegler angeschafft wurde. Noch heute ist die Feuerwehr im Besitz dieser voll funktionsfähigen Gerätschaften, die allerdings nicht mehr im Dienst stehen. Nachdem nun ein modernes Gerätehaus und eine zeitgemäße Ausrüstung zur Verfügung standen, fehlte nur noch eine entsprechende Mannschaft. Man entschloss sich, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Gründungsversammlung fand am 19.12.1953 statt und die alte Pflichtfeuerwehr war damit Geschichte. 41 Männer erklärten sich bereit, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zu werden. Ihren ersten Großeinsatz hatte die Freiwillige Feuerwehr schon in der Nacht ihres Gründungstages, als im Nachbarort Asbach eine Schreinerei brannte. Im Dezember 1957 brannte eine Schreinerei in Klein-Bieberau bis auf die Grundmauern nieder. Um die Löschwasserversorgung in Klein-Bieberau sicherzustellen, wurde 1959 ein betonierter Löschteich mit einem Fassungsvermögen von 650 m3 gebaut. Auch heute noch dient er seinem ursprünglichen Zweck. Im Ortsteil Webern ist eine Löschwasserzisterne mit 150 m3 Wasser vorhanden.
Der Löschteich bei der jährlichen Reinigung Ein "Meilenstein" in der Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Bieberau/Webern war das Jahr 1968. Die Wehr erhielt ihr erstes Fahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug von Ziegler. Ein Jahr später wurde eine zweite Tragkraftspritze, ebenfalls von Ziegler, beschafft. In diesem Jahr musste die Wehr auch einen Wohnhausbrand in Klein-Bieberau löschen, bei dem hoher Sachschaden entstand. 1972 wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet, um den Jugendlichen des Dorfes eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten und den Nachwuchs für die Einsatzabteilung zu gewährleisten. Die Einrichtung einer Jugendfeuerwehr stellte zum damaligen Zeitpunkt eine sehr fortschrittliche Errungenschaft dar. Im Jahre 1973 erhielt die Freiwillige Feuerwehr auf Grund der Gemeindereform eine neue Satzung und damit eine geänderte rechtliche Grundlage. Die aktiven Mitglieder wurden in Form einer Einsatzabteilung zu einer gemeindlichen Einrichtung. Die Leitung der Einsatzabteilung oblag dem Ortsbrandmeister, der seit der Eingemeindung der Ortsteile Klein-Bieberau und Webern in die Großgemeinde Modautal im Jahre 1977 Wehrführer genannt wird. Die Freiwillige Feuerwehr wurde parallel hierzu in "Feuerwehrverein" umbenannt. Dieser sollte die Kameradschaft pflegen, die Einsatzabteilung fördern und in Notfällen Hilfe leisten. Der Feuerwehrverein steht unter der Führung eines 1. Vorsitzenden. Die Freiwillige Feuerwehr hatte in der Folgezeit eine Reihe größerer Einsätze. So brannte 1976 ein landwirtschaftliches Anwesen im Nachbarort Herchenrode. 1978 wurde die Hütte des Jagdpächters in Klein-Bieberau ein Raub der Flammen. Mit Unterstützung der Feuerwehr Ober-Ramstadt gelang es den Einsatzkräften, ein Übergreifen der Flammen auf den unmittelbar angrenzenden Wald zu verhindern. Das Löschwasser musste aus ungefähr 1 km Entfernung vom Löschteich in Klein-Bieberau herbeigepumpt werden. Den Höhepunkt des Jahres 1978 bildete das 25-jährige Vereinsjubiläum, das mit einem dreitägigen Fest gebührend gefeiert wurde. Ende 1979 erwarb der Feuerwehrverein einen gebrauchten VW-Bus, der in Eigenregie umlackiert und als Mannschaftstransportfahrzeug ( MTF ) in Dienst gestellt wurde. Die Motorisierung und Verbesserung der Ausrüstung schritt zunehmend voran und so konnte am 30.04.1987 ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug ( TSF ) bei der Firma Ziegler in Giengen abgeholt werden. Der über eine Landesbeschaffungsaktion erworbene VW LT 35 ersetzte das alte TSF auf Ford Transit. 1988 erhielt die Wehr vier Pressluftatmer (PA). Somit war ein effektives und sicheres Vorgehen auch im Innenangriff von nun an gewährleistet. Zur Verbesserung der Alarmierung wurden die Sirenen in Klein-Bieberau und Webern mit einer Funksteuerung nachgerüstet. Die Sirenen werden seitdem von der Zentralen Leitstelle in Dieburg über Funk ausgelöst. Auch für das alte Mannschaftstransportfahrzeug ( MTF ) wurde Ersatz benötigt. Deshalb wurde 1989 vom Feuerwehrverein ein gebrauchter VW-Bus der Polizei angekauft und wiederum selbst umlackiert. In diesem Jahr wurde auch eine Ehren- und Altersabteilung gegründet. Das Jahr 1990 war für die Feuerwehr Klein-Bieberau/Webern sehr ereignisreich. Im Februar musste die Feuerwehr zu mehreren Sturmeinsätzen auf Grund des Orkans "Wiebke" ausrücken. Der Orkan hinterließ deutliche Spuren. Viele Bäume im Wald bei Brandau fielen ihm zum Opfer. Um auch für Brandeinsätze auf den abgelegenen Aussiedlerhöfen und in den großen Waldgebieten rings um Klein-Bieberau und Webern gerüstet zu sein, wurde im Sommer aus Mitteln des Feuerwehrvereins ein Tanklöschfahrzeug TLF 8/8 mit einem 800 Liter fassenden Löschwassertank beschafft. Das ehemalige Katastrophenschutzfahrzeug war auf einem Unimog S 404 B aufgebaut. Am 25.09. wurde die Wehr zu einem Großbrand in einen örtlichen Möbelproduktionsbetrieb gerufen. Das gerade in Dienst gestellte Tanklöschfahrzeug leistete beim Erstangriff wertvolle Dienste. Mit Hilfe einiger Nachbarwehren und der Stützpunktfeuerwehren Ober-Ramstadt und Groß-Bieberau konnten drei Produktionshallen vor dem Feuer bewahrt werden. Eine vierte Halle, in der die Lackiererei, das Lager und die Ausstellungsräume untergebracht waren, brannte jedoch vollständig nieder. Ein Jahr später, 1991, konnte eine neue Tragkraftspritze TS 8/8 Ultraleicht von Ziegler in Dienst gestellt werden. Erneut musste die Wehr einen Großbrand im örtlichen Möbelproduktionsbetrieb bewältigen. Diesmal stand ein Spänebunker in Flammen. Ein Novum bezüglich der Alarmierung ergab sich 1992: Durch die Gemeinde Modautal wurden fünf Funkmeldeempfänger beschafft. Die stille Alarmierung wurde seitdem ausgebaut. Weitere Funkmeldeempfänger wurden von der Gemeinde beschafft und auch der Feuerwehrverein kaufte zehn Geräte, so dass heute jedem aktiven Mitglied mit abgeschlossener Grundausbildung ein Funkmeldeempfänger zur Verfügung steht. Kleinere Einsätze werden heute komplett über "stille Alarmierung" abgewickelt. Das 40-jährige Bestehen des Feuerwehrvereins wurde 1993 mit einem viertägigen Fest gefeiert. Bei hochsommerlichem Wetter konnte das Festzelt auf dem örtlichen Sportplatz nicht allen Besuchern Platz bieten, so groß war der Andrang. In diesem Jahr beschloss der Feuerwehrausschuss, zukünftig Frauen in die Einsatzabteilung aufzunehmen. Von nun an hatten auch weibliche Jugendfeuerwehrangehörige die Möglichkeit, mit Vollendung des 17. Lebensjahres in die Einsatzabteilung überzutreten. 1994 wurde die Wehr bei einem Großbrand in Hoxhohl eingesetzt. Zehn Feuerwehren mit insgesamt 170 Einsatzkräften bekämpften den Vollbrand eines Sägewerkes, bei dem ein Sachschaden von über 1 Millionen Euro entstand. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung wurde in diesem Jahr der Feuerwehrverein ins Vereinsregister eingetragen. Er trägt seither die Bezeichnung "Feuerwehrverein Klein-Bieberau/Webern e. V.". Im Januar 1995 wurde die Einsatzabteilung zwei Tage lang durch Hochwasser in Atem gehalten. Keller mussten leergepumpt, entwurzelte Bäume beseitigt und die Ortsdurchfahrt gesperrt werden, nachdem tagelang heftige Niederschläge fielen. Im Februar dieses Jahres erhielt die Feuerwehr ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS. Das Mannschaftstransportfahrzeug und das Tanklöschfahrzeug wurden kurze Zeit später ausgemustert. 1997 wurde die Feuerwehr Klein-Bieberau/Webern bei einem Wohnhausbrand im benachbarten Brandau eingesetzt. Ein Fachwerkhaus brannte vollständig aus, wobei hoher Sachschaden entstand. Im selben Jahr musste auch ein Wohnungsbrand in Asbach bekämpft werden. Das Feuerwehrgerätehaus wurde im Jahre 1998 erweitert und mit zwei neuen Toren ausgestattet. Fast die kompletten Arbeiten wurden in Eigenhilfe von Mitgliedern der Einsatzabteilung ausgeführt. Ungefähr 1 500 Stunden Eigenleistung wurden zur Erweiterung und Modernisierung des Gerätehauses erbracht. Die Kosten konnten somit stark begrenzt und die Gemeinde Modautal finanziell entlastet werden. 2001 wurde durch den Feuerwehrverein ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug (TLF 16/20 W) beschafft. Dieses Fahrzeug wurde durch die Einsatzabteilung hergerichtet und stand bis Mitte 2007 im Dienst. Die Einsatzabteilung der Feuerwehr Klein-Bieberau/Webern besteht heute aus 20 Kameradinnen und Kameraden. Den Einsatzkräften stehen zur Erfüllung ihrer Aufgaben derzeit ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) zur Verfügung. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, wie wichtig eine Freiwillige Feuerwehr auch in einem kleineren Ort ist. Unsere Wehr wurde bei innerörtlichen Einsätzen, aber auch zur überörtlichen Hilfeleistung in den umliegenden Dörfern stets benötigt. Neben der Erfüllung zentraler Aufgaben im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz und bei der allgemeinen Hilfe sind die vom Feuerwehrverein durchgeführten Festveranstaltungen wie die Kerb oder der Kameradschaftsabend an Fastnacht zu nennen, die zur kulturellen Bereicherung des dörflichen Lebens beitragen. Nicht vergessen werden darf der Beitrag der Feuerwehr zur örtlichen Jugendarbeit, der in Form der Jugendfeuerwehr geleistet wird.
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